Gott gehabt!

Evolution, Gnome und Ubuntu

Ein Bekannter hat mir empfohlen, ich soll doch mal Ubuntu-9.04 mit Evolution ausprobieren und dann im Evolution das Evolution-mapi-Plugin gegen einen Exchange-Server testen. Nun gut, das habe ich mal ausprobiert. Hier sind also meine Erlebnisse zusammengefaßt.

Installation

Die Installation von Ubuntu unter Vmware verlief reibungslos. Ich hatte Deutsch als Sprache ausgewählt, und von da an hat auch alles soweit erstmal auf Deutsch funktioniert. Nach der Installation habe ich noch über das Internet einige Pakete aktualisiert und einige weitere nachinstalliert, unter anderem evolution-mapi - für die Kommunikation mit einem Exchange-Server via MAPI.

Evolution

Nungut, also mal Evolution starten. Es startet auch sofort der Wizard zum Einrichten eines neuen Kontos, ich wähle fröhlich aus, daß ich einen Exchange-Server via MAPI ansprechen möchte. Nun kann ich also den Server, Usernamen und Domäne angeben. Ich trage also die geforderten Werte ein, drücke den Knopf "Authenticate" (irgendjemand hat da wohl vergessen, etwas zu übersetzen) und im nächsten Moment verschwindet Evolution sang- und klanglos. Das Ganze funktioniert reproduzierbar - wenn man Evolution in einem xterm eingibt, sieht man am Ende an der Stelle eben einen Segmentation fault. Nagut, hat sich eben jemand verprogrammiert. Dummerweise ist das eine Bestätigung meiner bisherigen Meinung zu Evolution - ganz nett, aber für einen Produktivbetrieb zu absturzfreudig. Wenn man allerdings statt dem Servernamen die IP des Exchange-Servers angibt, funktioniert das ganze plötzlich reibungslos.

Nun habe ich also Evolution gestartet, kann mit dem Exchange-Server reden und - sehe die öffentlichen Ordner dort nicht. Das hilft so nicht wirklich. Ich habe jedenfalls keine Option gesehen, die öffentlichen Ordner sichtbar zu machen. "Ordner->Abonnements" ist wenig hilfreich - jedenfalls, wenn man viele öffentliche Ordner hat. Man kann nämlich auch nicht sagen "diesen Ordner und aller Unterordner". Und auch die ausgewählten Abonnements habe ich dann nirgends im Evolution gesehen. Wo verstecken die sich?

Nagut, einfach mal weiter versuchen, was so alles funktioniert. "Bearbeiten->Einstellungen" - oh. Warum ist das Fenster größer als der Bildschirm und läßt sich nicht verkleinern? Hierzu ein Screenshot. Es funktioniert auch nicht, einfach im Menü den Punkt verschieben mit der Maus auszuwählen, das Fenster läßt sich aber immerhin übern den dort sichtbaren Hotkey verschieben. Man kann also doch "OK" anklicken. Nagut, einen Versuch hätte ich noch: per ssh mit X-Forwarding anmelden und Evolution damit auf einem größern Display starten. Nanu, auf einmal ist Evolution englisch eingestellt? Da hat Ubuntu wohl versäumt, die Einstellung auf deutsch durchgängig zu implementieren. Aber das nur am Rande (im Evolution selbst gibt es auch Dialoge, die halb deutsch und halb englisch daherkommen). Das viel entscheidendere ist: jetzt ist das Fenster 520x375 Pixel groß. Dafür ändert es ständig die Größe, je nachdem, welchen Punkt man in der Liste ausgewählt hat. Naja, es gibt Schlimmeres.

Dann lesen wir eben noch ein paar Mails. Aha, Mails werden also manchmal ein klein wenig unvollständig angezeigt, zu sehen auf diesem Screenshot. Irgendwas funktioniert da nicht richtig.

Irgendwie war es mir auch nicht möglich, ein Adressbuch außer meinen von mir selbst gespeicherten Kontakten zu nutzen - ich würde aber schon gerne wenigstens die Mailempfänger in der eigenen Firma aus einer Liste heraussuchen wollen (von der Nutzung eines öffentlichen Ordners mit Kontakten ist da noch gar keine Rede). Nichts dergleichen funktioniert, oder ich habe es nicht gefunden. Jedenfalls hat es nicht gereicht, einen Active Directory-Server anzugeben.

Fazit
Für den Arbeistsalltag ist Evolution nicht brauchbar. Es kann manche Mails nicht darstellen, öffentliche Ordner nicht einfach via MAPI einbinden und instabil ist es außerdem. Schöne Spielwiese, aber nicht zum Arbeiten zu gebrauchen.

Ubuntu und Bugreports

Um einen Fehler zu melden, soll man also zu launchpad.net gehen (das war jedenfalls der einzige verwertbare Hinweis, den die Ubuntu-Hilfe zum Suchwort "bugreport" geliefert hat) und dort Ubuntu auswählen und das dann also dort eintüten. Dazu braucht man aber erst einen User bei launchpad. Tut mir leid, aber wenn ihr keine Bugreports haben wollt, dann bekommt ihr auch keine.