Bereit für Gott?
Christ zu sein ist manchmal alles andere als einfach. Denn schon die
Dinge, die die meisten Menschen am christlichen Glauben noch als
"gut" benennen, sind alles andere als einfach. Zum Beispiel
die Zehn Gebote: Das erste Gebot heißt dort "Du sollst
keine anderen Götter neben mir haben", oder einmal anders
(vielleicht für manche verständlicher) ausgedrückt: Es
soll nichts in deinem Leben geben, das dir wichtiger ist als Gott.
Und auf einmal ist die Sache garnicht mehr so einfach. Nichts soll mir
wichtiger sein als Gott? In nichts anderes soll ich mehr Energie
stecken als in meine Beziehung zu Gott? Ich soll an nichts anderes
mein Herz hängen als an Gott?
Plötzlich fallen mir viele Dinge ein, die mir sehr (zu?) wichtig
sind: Fußball spielen, interessante Bücher oder auch die
Nachrichten lesen, Linux auf dem PC verwenden statt Windows, ... (das
waren jetzt nur wenige und vielleicht sogar banale Beispiele, aber
darauf kommt es nicht an).
So richtig bewußt wird einem das eigentlich erst, wenn Gott
einem eines der Dinge wegnimmt, die einem wichtiger waren. Man wird
plötzlich sauer auf Gott, weil da doch etwas ganz und gar nicht
so läuft, wie man sich das gewünscht hätte. Warum nimmt
Gott mir das jetzt weg? Gönnt er mir meine Freude im Alltag
nicht? Will er mich nur ärgern?
Eigentlich will er unser Herz prüfen. Er will wissen, was uns
wirklich wichtig ist im Leben. Und das tut er auf eine Weise, bei der
wir selbst merken, daß wir einmal darüber nachdenken
sollten. Zugegeben, manchmal merken wir das nicht sofort, und
außerdem ist es ein weiter Weg von dem Punkt, an dem man merkt,
daß die Prioritäten im eigenen Leben nicht richtig sind bis
zu dem Punkt, an dem man auch bereit ist, diese Prioritäten zu
ändern.
Dabei ist es eigentlich eine Frage, die Jesus uns ganz zu Anfang der
Beziehung stellt: Bist du bereit, mir nachzufolgen, koste es was es
wolle? Bist du bereit, mich zur Nummer eins in deinem Leben zu machen?
Im Lukasevangelium steht am Ende des 14. Kapitels ein Gleichnis zu
diesem Thema (Verse 25-35, ich zitiere die Elberfelder
Übersetzung):
Es ging aber eine große Volksmenge mit ihm; und er wandte
sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und
haßt nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und
seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch
sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein; und
wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein
Jünger sein. Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will,
setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er [das
Nötige] zur Ausführung habe? Damit nicht etwa, wenn er
den Grund gelegt hat und nicht vollenden kann, alle, die es sehen,
anfangen, ihn zu verspotten, und sagen: Dieser Mensch hat
angefangen zu bauen und konnte nicht vollenden. Oder welcher
König, der auszieht, um sich mit einem anderen König in
Krieg einzulassen, setzt sich nicht zuvor hin und ratschlagt, ob
er imstande sei, dem mit zehntausend entgegenzutreten, der gegen
ihn mit zwanzigtausend anrückt? Wenn aber nicht, so sendet
er, während er noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet
um die Friedensbedingungen. So kann nun keiner von euch, der nicht
allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein. Das Salz ist
gut; wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es
gewürzt werden? Es ist weder für das Land noch für
den Dünger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu
hören, der höre!
Jesus nennt den Preis der Nachfolge: "So kann nun keiner von
euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger
sein."
Es ist nicht billig, Jesus nachzufolgen. Aber es lohnt sich trotzdem.
Warum, das erzähle ich ein andermal.
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