Gott gehabt!

Auf dem Weg ins Gästehaus

Nach 8h Zugfahrt nach Stuttgart wollte ich noch kurz zu einem Gottesdienst, bevor ich das Gästehaus aufsuchen wollte. (Am nächsten Tag begann in Stuttgart ein einwöchiger Workshop.) Ich fuhr also von Stuttgart-Hauptbahnhof weiter, und stieg in der richtigen S-Bahnstation aus. Fand dann auch die Gemeinde, und erlebte einen wunderbaren Gottesdienst. Nun dachte ich, daß ja jemand vielleicht in Richtung des Gästehauses fährt, und fragte dort rum. Niemand fuhr dahin. Nach dem Gottesdienst sagte ich zu Gott: "Himmlischer Vati, wenn nun niemand dorthin fährt, mußt Du mir helfen, dass ich den richtigen Weg finde. Vielen Dank!" Ich ging also - inzwischen war es dunkel geworden - wieder zurück zur S-Bahnstation. Mir war es gar nicht so recht, dass ich so allein in einer fremden Stadt rumlaufen mußte. Aber es ließ sich ja auch nicht ändern, also sagte ich mir, Gott ist ja da und beschützt mich. Kaum hatte ich meinen Koffer die Treppe am Bahnsteig hochgeschleppt, erkannte ich, dass schon sehr viele Menschen dort standen. Anscheinend fuhr schon lange nichts mehr. Inzwischen hatten meine Kräfte nachgelassen, und meine Orientierung war nach diesem langen Tag irgendwie am Ende. Nun stand ich also da, und nichts passierte, außer dass ICEs durchfuhren. Alle schauten ratlos. Nach einiger Zeit meldetet sich ein Mann vom anderen Bahnsteig, und schrie rüber: "Heute fährt er hier drüben ab!" Ich wußte nicht, was ich tun sollte. Nach einiger Zeit jedoch ging ich rüber, und eine andere Frau kam auch mit. Wieder schleppten wir unsere Koffer. Drüben angekommen, sagte der Mann, dass er schon seit einer dreiviertel Stunde dort wartet. Und nur einmal hatte ein Zug angehalten, und als er das sah, ist er auf den anderen Bahnsteig gegangen. In der Zwischenzeit kam aber keiner mehr. Nun, wir überlegten gemeinsam, was wir tun könnten. Letztendlich machte der Mann den Vorschlag, einfach zur U-Bahn zu gehn. Irgendwie gab es hinter dem S-Bahnhof noch einen U-Bahnhof. Gesagt, getan. Die andere Frau kam jedoch nicht mit. Wir gingen also zur U-Bahn, und prompt kam gleich eine U-Bahn. Der nette Mann fuhr "zufällig" in die gleiche Richtung. Am Hauptbahnhof ankommen, lotste er mich durch, bis wir wieder zur S-Bahn-Haltestelle kamen. Dort wartete er extra noch auf den nächsten S-Bahnzug, damit er mir helfen konnte. Während dieser ganzen Zeit unterhielten wir uns. Dabei stellten wir fest, dass wir beide im gleichen Gottesdienst gewesen waren. Ich sagte zu ihm, dass er mir wie ein Engel vorkam. (Ich hatte ja völlig die Orientierung verloren zwischenzeitlich). Da lächelte er, und stieg dann auch bald aus. Ich fuhr weiter, stieg bei der ichtigen Station aus, bekam "zufällig" den Bus noch. Genauso "zufällig" stieg bei meiner Haltestelle ein anderer Mann aus, der auch in das gleiche Gästehaus wollte. Er war aber schon öfter da gewesen, und leitete mich bis zum Pförtner. Der Pförtner gab mir meinen Schlüssel, und führte mich bis zu meinem Zimmer. Dabei trug er sogar meinen Koffer, und zeigte mir, wie ich den Chip benutzen sollte. Am Ende stellte sich raus, dass er aus Gera kam, und sein Kollege von heute Nacht aus Radebeul bei Dresden. Das war ja wieder sehr krass. Ich verabschiedete mich dann sehr nett von ihm, und ging in mein Zimmer. Dort dankte ich GOTT, dass Er mich sicher geführt hatte. Zwar anders, als ich es erwartet hatte (mit Auto mitfahren), aber doch zielsicher und beschützt. Da kann ich nur sagen: Danke, Vati! Bei Dir brauchen wir echt keine Angst in einer fremden Stadt zu haben! (Und auch im Leben leitest du uns so. Danke :-)

Der Mensch denkt, Gott lenkt.

Uta